Etwas über die Liebe

By: Nathalie

Aug 29 2010

Category: Allgemein

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Zu diesem Eintrag hat mich die folgende nächtliche Diskussion bei Twitter inspiriert.

incessancy:
Liebe ist das, was du fühlst, wenn dein Herz kribbelt und deine Augen leuchten & und es nicht mehr aufhört.
snuddeline:
Ich würde eher sagen, das ist Verliebtsein :)
incessancy: naja jeder macht sich da vll auch selbst ein bild, oder? ich mein liebe ist ja auch nicht bei jedem gleich..
snuddeline:
Deshalb meinte ich ja, dass ich es eher sagen würde. Das war jetzt nicht berichtigend gemeint ;) Für mich persönlich ist Liebe so ein warmes, wohliges, aber eher ruhiges Gefühl, das einen dazu bringt, die Fehler des anderen plötzlich verständnisvoller zu sehen, ihn mit allen seinen Schwächen zu mögen, und ihn nicht trotzdem, sondern gerade deshalb zu lieben ;) Verliebtsein hingegen ist für mich Kribbeln, Aufregung, leichter Schwindel und dieses gewisse Rrrr…=P
incessancy:
ich finde liebe ohne kribbeln ist keine liebe… das ruhige wohlige gehört dazu aber wenn es keinen kick gibt, dann wird eine beziehung bzw die liebe schnell
langweig… für mich darf das feuer nicht erlischen, sonst ist es nur gewohnheit und nicht mehr liebe…

So, genau hierum geht es mir – um das verfälschte Bild vieler Menschen von der Liebe. Mit dieser Einstellung kann man nämlich keine Beziehung führen, die länger dauert als zweieinhalb Jahre, ohne unglücklich zu werden.

Die Schwierigkeit ist, dass viele Leute (auch Regisseure, Liedermacher und Dichter) Liebe mit dem Verliebtsein gleichsetzen, was ein großer Fehler ist. Das zeigen zum Beispiel folgende Lieder:

Liebe wird als ein Geschenk angesehen, etwas, das so schnell verschwunden sein kann wie es kam – als etwas Schicksalhaftes, über das man keine Macht hat.
So ist es aber nicht.

Wenn ein Paar zusammen kommt, und auch eine Zeit davor, erlebt man das Verliebtsein, ein Gefühl, das sich wundervoll anfühlt und süchtig macht. Es fühlt sich ähnlich an wie wenn man mit geschlossenen Augen frei fällt oder Achterbahn fährt. Nur eben anhaltend.

Für’s erste jedenfalls. Denn nach etwa einem Jahr (Das können aber auch nur 3 Monate oder sogar 2 Jahre sein) verabschieden sich Aufregung und Schmetterlinge.

Bei vielen Paaren ist an dieser Stelle Schluss, weil sie vorerst “nichts mehr” fühlen. Und hier liegt das Problem.

Denn wenn man diese Phase durchsteht, stellt sich nach einer Zeit ein ganz neues Gefühl ein, eines dass sich sicher anfühlt und auch nicht mehr geht – die Liebe.

Man sieht den Partner plötzlich mit anderen Augen. Die Fehler werden nicht, wie beim Verliebtsein, vollkommen ausgeblendet, sondern sie werden angenommen. Nicht nur toleriert, sondern als Teil des anderen geliebt.

Um zu dieser Phase zu gelangen, muss man sich aufeinander einstellen und aufeinander eingehen. Wenn man durch nichts als die anfängliche Schwäche füreinander verbunden ist, kann das schwierig werden.

Wenn man diese Phase aber erreicht hat, gibt es sehr wenige Dinge, die die beiden noch auseinanderbringen können.
Ein Problem ist es zum Beispiel, wenn einer sich in jemand anderen verliebt.
Das ist gut möglich, selbst wenn man seinen Partner sehr liebt, denn Verliebtsein wird durch Hormone gesteuert und die nehmen keine Rücksicht auf bestehende Beziehungen.

Dann ist es wichtig, ehrlich zu sein und zusammen zu halten. Auch wenn es den anderen verletzt – wenn man merkt, dass das Verliebtsein für einen anderen auch nach Wochen nicht weggeht, sollte man miteinander sprechen. Und zwar nicht darüber, wie man die Trennung gestaltet sondern wie man das durchsteht.

Man sollte sich hier nämlich immer folgendes vor Augen führen: Derjenige, in den man verliebt ist, passt meistens gar nicht zu einem. Man neigt zwar dazu, sowas zu übersehen, wenn man verliebt ist, aber den Partner zu verlassen, ist eine Entscheidung, die gut überlegt sein sollte.

Und wenn man so weit ist, dass man selbst so eine Situation zusammen meistern kann, dann kann man sich wohl auf ein ganzes Leben zu zweit einstellen.

Achja, noch eins: Warum besonders Jugendliche oft kurze Beziehungen haben: Weil sie wissen, dass sie sich noch nicht festlegen müssen und das Gefühl des Verliebtseins noch öfter spüren möchten – auch wenn sie es vielleicht gar nicht merken.